S Medienkulturtheorie: Werbung
Dotzler (Di 17–20 Uhr, H42, Beginn: 21.10.08)
»Was macht zuletzt Reklame der Kritik so überlegen? Nicht was die rote elektrische Laufschrift sagt – die Feuerlache, die auf dem Asphalt sie spiegelt«, notierte Walter Benjamin in der Einbahnstraße, und Marshall McLuhan schrieb: »Die Historiker und Archäologen werden eines Tages entdecken, daß die Werbung unserer Zeit die einfallsreichsten und tiefsten täglichen Betrachtungen darstellt, die eine Kultur je über ihr ganzes Tun und Lassen angestellt hat.«
Das Seminar wird sich auf die Spur solcher Hinweise begeben, um zu erarbeiten, wie eine Kulturwissenschaft der Werbung – im Unterschied zur dominierenden Werbeforschung aus Marketing-Perspektive – aussehen könnte. Themenfelder und Gegenstände könnten unter anderem sein:
- Grundbegriffe: Aufrichtigkeit, Image, Mythos, Naturalisierung…;
- Werbe-, Medien- und Medienwissenschafts- und Werbeforschungsgeschichte
- Marketing und Werbewirkungsforschung – aus kulturwissenschaftlicher Sicht
- Werbearchive: HWA, Lürzer’s Archiv und andere;
- Konzepte für den Aufbau eigener Sammlungen;
- ausgewählte Werbekampagnen;
- Werbung für Werbung: Werbung ist Kunst (1988), Werbe-Preise (Cannes u.a.), Radical Advertisement (2008)…
Zur Vorbereitung:
Roland Barthes, Mythen des Alltags, Frankfurt/M. 1964 (und zahlr. Neuauflagen)
Niklas Luhmann, Die Realität der Massenmedien, 2., erw. Aufl., Opladen 1996
Marshall McLuhan, Die mechanische Braut, Dresden 1996
ders., Kap. »Werbung«, in: Die magischen Kanäle. Understanding Media, Düsseldorf 1992 (o. andere Ausgabe)
Guido Zurstiege, Werbeforschung, Konstanz 2007
Max. 20 Teilnehmer.
Aktualisiert am 1. Oktober 2008